Was hier an allen möglichen Stellen andeutungsweise strapaziere, ist unser Familienwappen. In den meisten Familien gibt es oder gab es jemanden, der sich mit der Familiengeschichte befaßt oder befaßt hat. Bei uns war das Hans Luetkens, ein Bruder meines Vaters. Die folgenden Erkenntnisse verdanke ich ihm.
Die Spur unserer Familie verliert sich, wie bei so vielen in Deutschland, vor 1648, dem Ende des 30jährigen Kriegs. Damals sollen meine Altvorderen als Tuchmacher oder -händler aus Holland eingewandert und zunächst in die Gegend von Würzburg gezogen sein. Schon bald müssen sie nach Hamburg übersiedelt sein, denn ab etwa 1700 gibt es einige Stiche, auf denen unsere Vorfahren, sofern sie Senatoren oder Pastoren waren, im Bild festgehalten sind. Offenbar lohnte es sich mehr, die Männer abzubilden, als die Frauen, obwohl ich denke, daß diese noch schöner waren. Interessant ist auch, daß all diese Bilder von den "dankbaren Bürgern" oder der Gemeinde in Auftrag gegeben und bezahlt wurden.
Das folgende Bild zeigt das Wappen, wie es 1710 in den Fasti Pro-Consulares et Consulares Hamburgenses auf Tabelle XIV unter Nr. 265 als uns zugehörig aufgeführt wird. Es gibt sicher manches zu Einzelheiten des Wappens zu sagen, etwa über die Art des Helms, aber ich verstehe davon nichts. Wir haben uns natürlich gefragt, was die Palme soll. Hier nun ist die Vermutung, daß es sich ursprünglich um einen Tuchkratzer gehandelt hat, einem Werkzeug, das bei der Tuchherstellung gebraucht wurde. Auch in der Hamburgischen Wappenrolle (http://www.tcsn.net/mswihart/haml's.htm) erscheinen wir als "die mit der Palme". Mein Vorname wird dort leider falsch geschrieben, aber an dieser Schwierigkeit ist schon manch einer gescheitert.